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EUCX / Insights / Lexikon / EMIR — Derivate-Regulierung

Regulierung · Lexikon-Eintrag

EMIR — Derivate-Regulierung

EU-Verordnung (EU) 648/2012 uber OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister — regelt Clearing-Pflicht, Meldepflichten und Risikominderung fuer Rohstoffderivate.

Lesezeit

9 min

Aktualisiert

25. März 2026

Grundlagen und Ziele

EMIR (European Market Infrastructure Regulation) — Verordnung (EU) 648/2012 — wurde als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 verabschiedet und ist seit 2012 in Kraft. Ziel: Verringerung des systemischen Risikos durch zentrale Abwicklung standardisierter OTC-Derivate und verbesserte Transparenz durch Meldepflichten. EMIR-Refit (2019): Vereinfachungen fur kleine nicht-finanzielle Gegenparteien (NFCs). DORA-Schnittstelle: EMIR-Anforderungen an IT-Sicherheit werden durch DORA (Digital Operational Resilience Act) erganzt. Fur Rohstoffhandler: EMIR ist relevant, sobald Rohstoffderivate (Forwards, Futures, Optionen, Swaps) im OTC-Markt oder auf OTFs wie EUCX genutzt werden.

Clearing-Pflicht und Schwellenwerte

Clearing-Pflicht: Standardisierte OTC-Derivate (z.B. Zinsswaps, Credit Default Swaps) mussen uber zugelassene zentrale Gegenparteien (CCPs) abgewickelt werden. Schwellenwerte: Nicht-finanzielle Gegenparteien (NFCs) werden in NFC+ (uber Schwelle, clearing-pflichtig) und NFC- (unter Schwelle, vereinfachte Pflichten) eingeteilt. Schwellenwerte (EMIR Refit): Kreditderivate: 1 Mrd. EUR; Aktienderivate: 1 Mrd. EUR; Zinsderivate: 3 Mrd. EUR; FX-Derivate: 3 Mrd. EUR; Warenderivate und sonstige: 3 Mrd. EUR. Berechnung: Brutto-Nominalwert aller OTC-Derivate (ausser Absicherungsgeschaften). Commodity Dealer Exemption: Unternehmen, deren Haupttatigkeit Rohstoffhandel ist und deren Derivatenutzung der Absicherung dient, koennen unter bestimmten Bedingungen von Clearing-Pflicht ausgenommen sein.

Meldepflicht an Transaktionsregister

Alle OTC-Derivate-Transaktionen (und seit EMIR Refit auch boersengehandelte Derivate) mussen an ein zugelassenes Transaktionsregister (Trade Repository) gemeldet werden. Meldefrist: T+1 (Werktag nach Handelsabschluss). Meldepflichtige Daten: Gegenpartei-Identifikation (LEI), Kontraktdetails, Bewertungsdaten, Sicherheiten. Delegierte Meldung: EUCX als OTF kann Meldepflichten im Namen der Teilnehmer ubernehmen (delegated reporting). Transaktionsregister: DTCC, Regis-TR, UnaVista u.a. (alle ESMA-zugelassen). ESMA-Uberwachung: Europaische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehorde uberwacht die Einhaltung und kann direkt sanktionieren.

Risikominderungspflichten

Fur nicht-clearing-pflichtige OTC-Derivate gelten Risikominderungstechniken: Rechtzeitige Bestatigung: Kontraktbestatigung innerhalb definierter Fristen (je nach Produkt: T+1 bis T+3). Portfolio-Abstimmung: Regelmaessiger Abgleich offener Derivatpositionen mit Gegenparteien. Portfolio-Komprimierung: Periodische Nettierung von gegenlaufigen Positionen. Streitbeilegung: Dokumentierte Verfahren zur Losung von Bewertungsstreitigkeiten. Margin-Anforderungen: Initial Margin (Ersteinschuss) und Variation Margin (taegl. Anpassung) fuer bilaterale OTC-Derivate zwischen finanziellen Gegenparteien und NFC+.

Haufige Fragen

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Fachlich geprüft

EUCX Fachredaktion · Regulierung

Dieser Eintrag wurde durch das EUCX-Redaktionsteam fachlich geprüft. Spezialisierung: EU-Rohstoffrecht, institutioneller Warenbörsenhandel, MiFID II und OTF-Regulierung. Aktualisiert: 25. März 2026.