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EUCX / Insights / Lexikon / Gemeinsamer Zolltarif (GZT / KN)

Regulierung · Lexikon-Eintrag

Gemeinsamer Zolltarif (GZT / KN)

Der EU-weit einheitliche Zolltarif auf Basis der Kombinierten Nomenklatur (KN), der Einfuhrzollsaetze und Handelsregelungen fuer alle Waren aus Drittlaendern festlegt.

Lesezeit

8 min

Aktualisiert

25. März 2026

Grundlagen und Struktur

Der Gemeinsame Zolltarif (GZT) ist das zentrale Instrument der EU-Handelspolitik fuer Importe aus Drittlaendern. Rechtliche Grundlage: Verordnung (EWG) Nr. 2658/87 uber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur. Struktur: Basiert auf dem Harmonisierten System (HS) der WZO (Weltzollorganisation) - 6-stellige internationale Basis. Kombinierte Nomenklatur (KN): EU-spezifische Erweiterung auf 8 Stellen. TARIC: Integrierter Zolltarif der EU - 10-stellige Codenummer mit allen Handelsmassnahmen. Elektronischer Zugang: TARIC-Datenbank unter ec.europa.eu/taxation_customs/dds2/taric - kostenlos und aktuell.

Relevante Kapitel fuer Rohstoffe

Stahl und Eisen: Kapitel 72 (Eisen und Stahl) und Kapitel 73 (Waren aus Eisen oder Stahl). Betonstahl: KN 7214 (Staebe aus Eisen/Stahl, nicht weiter bearbeitet). NE-Metalle: Kapitel 74 (Kupfer), 75 (Nickel), 76 (Aluminium), 78 (Blei), 79 (Zink), 80 (Zinn). Erze: Kapitel 26 (Erze, Schlacken, Aschen). Zollsaetze Rohstoffe: Viele Rohstoffe werden mit 0% (z.B. Kupfer-Kathodenplatten) oder niedrigen Saetzen (z.B. 2,7% fuer Betonstahl aus Drittlaendern) belegt. Ausnahmen und Praeferenzen: Freihandelsabkommen (FHA) der EU reduzieren oder eliminieren Zoelle; z.B. CETA (Kanada), EU-Japan EPA, EU-UK TCA.

Schutzklauseln und Trade Defense

Antidumping-Massnahmen: EU-Kommission erhebt Antidumping-Zoelle auf gedumpte Importe (z.B. Stahl aus China, Russland). Praxisrelevant: Betonstahl aus bestimmten Laendern kann Antidumping-Zuschlaege von 15-60% erhalten. Ausgleichszoelle (Countervailing Duties): Gegen subventionierte Importe. EU Steel Safeguard: Seit 2018 automatische Zollquoten auf Stahlimporte - bei Ueberschreitung der Kontingente: 25% Zollzuschlag. CBAM: Ab 2026 zahlen Importeure CO2-Kosten auf Stahl, Aluminium, Zement, Dungemittel und Elektrizitaet. Ursprungsregeln: Praeferenzielle Ursprungsregeln (im FHA) und nicht-praeferenzielle Ursprungsregeln bestimmen, welcher Zollsatz gilt.

Praxis: Zollabwicklung bei Rohstoffen

Zollanmeldung: Elektronisch via ATLAS (Deutschland) oder AES (EU-weit). Dokumente: Handelsrechnung, Packliste, Frachtdokument (B/L, CMR, AWB), Ursprungszeugnis, ggf. Praeferenznachweise (EUR.1, REX-Erklaerung). Zollwert: CIF-Methode (Cost, Insurance, Freight) als Bemessungsgrundlage. Besondere Verfahren: Aktive Veredelung (AV) - Rohstoffe zolle- und steuerbefreit importieren, be- oder verarbeiten, re-exportieren. Zolllager - Einlagerung ohne sofortige Verzollung. Ausfuhranmeldung: Bei Rohstoffen aus EU-ETS-Bereichen muss CO2-Preis (ETS) dokumentiert werden.

Haeufige Fragen

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Fachlich geprüft

EUCX Fachredaktion · Regulierung

Dieser Eintrag wurde durch das EUCX-Redaktionsteam fachlich geprüft. Spezialisierung: EU-Rohstoffrecht, institutioneller Warenbörsenhandel, MiFID II und OTF-Regulierung. Aktualisiert: 25. März 2026.